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10 KI-Einsteigertipps für Medien

KI-Schlüsselstrategien für Verlage zur Optimierung von Redaktionsprozessen

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde ursprünglich im Bericht 2021 über „KI und maschinelles Lernen in aufstrebenden Medienmärkten“ veröffentlich, der gemeinsam von International Media Support, The Fix und El Clip erstellt wurde. Hier kannst du den vollständigen Bericht lesen. hier.

Es wird viel darüber gesprochen, wie Verlage KI nutzen können, um ihre Prozesse zu verbessern, einfache Aufgaben zu automatisieren und bessere journalistische Inhalte zu generieren. Oft fehlt es aber an klaren nächsten Schritten und einer Roadmap für den Weg von der Idee zur Umsetzung. Hier findest du zehn Tipps, die dir den Einstieg in KI-basierende Prozesse erleichtern.

1. Stelle einen Fünf-Jahresplan auf

Er hilft dir die richtigen Ziele zu definieren und die notwendigen Prozesse anzustoßen, die zur Umsetzung deiner Vision notwendig sind. Weitreichendere Veränderungen werden von der obersten Führungsebene initiiert – nicht von einem mysteriösen Labor oder einem Team von Eggheads. Eine schlüssige Strategie und ein transparenter Umsetzungsplan zur Einführung von KI-gestützten Prozessen kann Mitarbeitende überzeugen und Reibungsverluste verringern.

Aber es ist nicht einfach. Alte Gewohnheiten abzulegen fällt schwer. Schulungen brauchen Zeit. Führe Veränderungen schrittweise, aber beharrlich ein. Mache Entscheidungen und Ergebnisse transparent. So wird die Vision deines Unternehmens langsam Gestalt annehmen.

2. Definiere einen verantwortlichen TeamleiterIn

Wo genau du in deinem Unternehmen die ersten KI-Prozesse anstößt ist weniger von Bedeutung. Aber ohne einen erkennbaren AnsprechpartnerIn – sichtbar und verantwortlich – kann man leicht den Fokus verlieren. Dieser TeamleiterIn sollte außerhalb der aktuellen Organisationsstruktur positioniert sein und bereichsübergreifend arbeiten (Redaktion, Vertrieb, Produkt usw.). Und allen im Unternehmen das Gefühl geben, Teil des Prozesses zum Aufbau neuer digitaler Kompetenzen zu sein. Darüber hinaus kann sie/er so Potentiale im gesamten Unternehmen erkennen, analysieren und nach Prioritäten ordnen.

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3. Stelle ein interdisziplinäres Team mit einem einzigen AnsprechpartnerIn zusammen

KI ist nicht nur ein Thema für IngenieurInnen. Es geht darum, Probleme zu lösen, die überall zu finden sind – in Technik, Design, Vertrieb und Redaktion. Insellösungen und zu starke Fokussierung auf einzelne Abteilungen solltest du vermeiden.

Ein interdisziplinäres Team sollte die Grundlagen für alle künftige Projekte schaffen – beginne mit so einfachen Dingen wie der Indexierung von Archiven oder der Verbindung von Systemen über APIs. Dies wird den Start neuer Projekte erleichtern und realistische Erwartungen in Bezug auf den Zeit- und Ressourcenbedarf fördern.


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4. Finde schnell umsetzbare Projekte und versuche schnelle Erfolge zu erzielen

Starte mit einem Projekt, von dem du weißt, dass es umsetzbar ist und das sofortige Wirkung zeigt. Es wird enormen Einfluß auf die Stimmung und das Involvment im Unternehmen haben und es hilft den Mitarbeitenden klar zu erkennen, dass die Integration von KI kein „Rocket Science“ ist. Außerdem wird damit wertvolles Know-how im Unternehmen aufgebaut, das du später für komplexere Projekte nutzen kannst.

5. Achte auf ein realistisches Zeitmanagement (aber versuche das erste Projekt in drei Monaten abzuschließen)

Vermeide übermäßige Zeitresourcen für Besprechungen und konzentriere dich auf die eigentliche Planung und Umsetzung der Projektphasen. Bei deinem ersten Projekt geht es vor allem darum, die Mitarbeitenden mit ins Boot zu holen. Ein schneller Erfolg wird das Vertrauen stärken und die Ergebnisse werden die Mitarbeitenden dazu inspirieren, neue Probleme in Angriff zu nehmen.

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6. Verwende spezifische Indikatoren (z.B. KPIs), um den Projektfortschritt zu verfolgen

Key Performance Indicators (KPIs) helfen beim Leistungsmanagement und bei der Bewertung des Erfolgs eines bestimmten Projekts oder der Organisation insgesamt. Die tatsächlichen KPIs variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Es kann sich zum Beispiel um Seitenaufrufe, neue Abonnenten oder eine Million anderer Kennzahlen handeln. Gemeinsam haben sie, dass sie genutzt werden können, um bestimmte Ziele zu erreichen. Messe möglichst viele Kennzahlen und richte dein KI-Projekte danach aus.

7. Validiere deine Idee frühzeitig und mit hoher Frequenz durch kleine Projektschritte

Viele Ideen überleben den Praxistest nicht. Vermeide Projekte, die einen hohen Zeit- oder Personalaufwand erfordern. Teile Projekte in kurze und/oder wiederholbare, zeitlich begrenzte Projektphasen ein, die in regelmäßigen Abständen messbare Ergebnisse liefern. Wenn du einen Prozess automatisieren willst, fange mit dem einfachsten Schritt an und erweitere ihn dann auf komplexere Bereiche. Ändere deine Vorgehensweise, wenn es nicht klappt. “Trial and Error” ist dein bester Freund.

8. Nutze Projekte, um deine Mitarbeitenden in KI, ML und DV zu schulen, definiere jährliche Ziele und kommuniziere diese transparent an alle Beteiligten

Du kannst deine Vision nur dann umsetzen, wenn das gesamte Unternehmen darauf ausgerichtet ist. Aber deine Mitarbeitenden werden Dinge nicht unterstützen, die sie nicht verstehen (ein Problem jeder neuen Technologie). Bekämpfe die Angst vor Arbeitsplatzverlusten mit Lösungen und Optionen, die Reibungsverluste und Kommunikationsdefizite beseitigen und den Mitarbeitenden Zeit geben, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren, so schaffst du Verbündete im Unternehmen. Das wird Synergieeffekte freisetzen und die Augen für neue Möglichkeiten öffnen.

9. Arbeite mit Partnermedien zusammen um Grenzen zu erweitern

Viele der Probleme und Einschränkungen, mit denen du konfrontiert sein wirst, betreffen nicht nur dein Unternehmen. Kooperiere mit anderen Medien, teile dein Know How um Grenzen zu überwinden und schneller höhere Ziele zu erreichen. Nutze internationale Workshops und Ressourcen und engagiere dich in Organisationen, die neue Technologien nutzen. Dies wird dir helfen, deine Vision schneller und besser umzusetzen.

10. Nutze Open-Source-Lösungen von Anbietenden, um KI schneller zu implementieren

Du musst das Rad nicht neu erfinden. Viele Marktteilnehmenden bieten Lösungen zur Integration von KI in dein Unternehmen an. Achte darauf, Lösungen zu integrieren, die du anhand deiner KPIs messen kannst. Stelle sicher, dass deine Mitarbeitenden die Vorteile von KI in ihrer täglichen Arbeit sehen. Informiere über Projektfortschritte und Ergebnisse aus dem Projektteam. Hebe die Vorteile für Kundinnen und Kunden oder erzielbare Wettbewerbsvorteile hervor. Das unterstützt den Akzeptanzprozess neuer Technologien und förder eine positive Einstellung gegenüber KI bei deinen Mitarbeitenden.

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Foto von Michael Dziedzic auf Unsplash


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